Zahlen – wie sie unser Leben bestimmen

Wir leben in einer Zeit, in der Zahlen unser Leben bestimmen. Angefangen bei der Anzahl unserer Likes bzw. Follower auf unseren Seiten. Hast du keine, bedeutet es, das die Leute sich nicht für dich interessieren. Eigentlich einen total abwertende Einstellung, dennoch ist das die Wirkung die Likes bzw. Follower auf uns haben. Mittlerweile sind Follower und Like – Zahlen zu Bewertungen mutiert, so wie die Sterne/Bücher/Blumen usw., die bei Buchrezensionen vergeben werden. Alles wird in Zahlen gemessen, die wie Schulnoten, in ihren Abstufungen für gut oder schlecht stehen.
Dabei sind solche Meinungen immer subjektiv, denn jeder hat einen anderen Geschmack, andere Vorlieben. Dass was dem einen gefällt, bringt den anderen dazu, zu verzweifeln. Man kann nicht einfach verschiedene Meinungen über ein Wertungssystem vereinheitlichen.
Bei den Rezensionen zu Büchern kann das im Allgemeinen noch funktionieren. Denn natürlich möchte man so die Meinungen vieler vereinheitlichen, damit jeder sie versteht. Dagegen habe ich auch nichts. Denn ich bewerte selbst meine gelesenen Bücher nach diesem System. Allerdings handelt es sich dabei um Gegenstände und solange diese Bewertungen sachlich bleiben, verletzen sie auch niemanden.

Anders wiederum sieht es bei den Likes/Followern aus. Denn diese Wertung betrifft nichts Sachliches, sondern Menschen. Denn die meisten Blogs oder auch Autorenseiten, haben ein oder mehrere Gesichter. Sie sind keine anonymen, namenlose Gegenstände, sondern Menschen mit Gefühlen. Und genau diese Gefühle können durch die Einstufung bzw. Bewertung über Followerzahlen gekränkt werden. Wir konkurrieren über diese Zahlen miteinander. Wer hat am meisten Likes? Wem folgen am meisten? Warum hat sie mehr Leute erreicht als ich? Was mache ich falsch? Warum ist sie besser als ich?

Dieses Konkurrenzdenken geht mir unglaublich auf die Nerven. Wir Menschen sind dazu gemacht in Zahlen, Schubladen, Einstufungen zu denken und uns daran festzubeißen. Trotzdem macht es mich wahnsinnig, dass diese Werte unsere Darstellung bestimmen. In den meisten Fällen kann man auch gar nicht den einen, mit dem anderen Blog vergleichen, da diese so viel unterscheidet.
Genauso wie bei uns Autoren. Mal ein Beispiel. Ich schreibe über Fantasy und eine andere Autorin schreibt Liebesromane. Sie hat ungefähr 500 Likes mehr als ich.
Nun könnte man darüber assoziieren, dass sie viel besser schreibt, da sie ja viel mehr Fans hat. Was natürlich sein kann. Es kann aber auch einfach daran liegen – dass es viel mehr Leser/innen für das Genre Liebesroman gibt, als für das Genre Fantasy. Einfach aus der Tatsache heraus, dass ungefähr 1/3 der Menschen einfach Realisten sind und mit Fantasy nichts anfangen können.

Man sieht also, dass Likes in so vielen Fällen zwar als Wertung gesehen werden, aber doch in Wirklichkeit recht wenig aussagen. Für mich sind die Likes auf meiner Seite daher nicht so wichtig. Viel mehr zählt für mich der Austausch mit euch. Zu erfahren, was euch gefällt, oder welche Beiträge von mir Mist sind. Die Kommentare unter meinen Beiträgen sind für mich immer das Schönste. Ich tausche mich gerne mit euch aus und ich finde es schön, wenn noch viel mehr zukünftig diese Möglichkeit nutzen. Denn für mich sind nicht die Likes und Follower entscheidend, sondern die Menschen dahinter.

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