Kurzgeschichte – Wenn das Leben siegt!

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Es ist wiedermal einer dieser Abende an denen ich mit einem guten Buch auf der Couch sitzen. Meine Decke umhüllt mich und hält mich wunderbar warm, während ich in den Welten des Buches, in meinen Händen, versinke. Doch etwas stimmt nicht, etwas in meinem Innersten rumort und sagt mir, das ich falsch liege, dass dies nicht die perfekte Beschäftigung ist für heute Abend. Es ist Samstag, ich bin jung, alleinstehend und kann sogar tanzen, doch ich sitze allein daheim und verstecke mich hinter einem Buch.

So lernst du nie einen Mann kennen! Die Stimme meiner Mutter halt in meinem Kopf wieder und erinnert mich an die Sätze, welche ich beim nächsten Sonntagskaffee mit der Familie zu hören bekommen werden. Ja sie haben Recht in meiner Wohnung lerne ich mit Sicherheit niemanden kennen, doch alleine abends weggehen erscheint mir ebenfalls wie ein Schloss mit sieben Siegeln.

Mein größter Feind? Das ist meine Vernunft! Mein Leben schreit, heute Abend feiern gehen, einfach abtanzen und den Alltag vergessen – da bin ich dabei.
Doch meine Vernunft schreit – nein, du kannst nicht allein weggehen, was könnte da nicht alles passieren, das ist viel zu gefährlich. Für welchen Weg soll ich mich nur entscheiden?

Ich gehe hinüber ins Schlafzimmer und öffne den Kleiderschrank, mit der linken Hand fahre ich über die Reihe der wunderschönen Abendkleider, die gerne mal wieder ausgeführt werden möchten. Ich ziehe eines heraus, halte es vor dem Spiegel an und werfe es dann aufs Bett. Das mache ich solang bis ich endlich ein gutes Gefühl bei meinem Anblick im Spiegel habe. Nachdem ich das Kleid angezogen haben, fahre ich mit den Fingern über den kalten Stoff und fühle das leichte Kribbeln der Aufregung in meinem Bauch. Schnell husche ich ins Bad, füge noch etwas Make-up hinzu und ziehe kurzerhand meine Jacke aus dem Schrank. Erst vor der Wohnungstür stoppt mein Adrenalinrausch und ich beginne zu zögern. Meine Finger umklammern den Schlüssel, welchen ich zuvor aus der Schale genommen habe, während ich zu zweifeln beginne.

Ist das wirklich eine gute Entscheidung? Ich könnte auch einfach hierbleiben, auf meiner Couch, in meiner sicheren Wohnung. Doch da meldet sich die Stimme in meinem Innersten wieder zu Wort und sagt: Du bist nur einmal jung und schön, also lebe jetzt, oder du wirst es bereuen.

Ich atme tief durch, drücke den Türknauf herunter und trete ins Treppenhaus. Von dort aus kann ich die Straßenlaterne sehen, welche mir den Weg erleuchtet. Als ich die Tür mit Schwung ins Schloss ziehe, weiß ich, das ich das Richtige tue. Den ich werde Leben, ohne auch nur einen Moment an morgen zu denken!

Copyright: Jessica Stephens

~ Viel zu lange hörte sie auf ihre Vernunft, doch dann siegte das Leben und sie erkannte, was sie verpasst hatte! ~

Jessica

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